Perfluorierte und polyfluorierte Alkylverbindungen

PFAS

Persistente organische Verbindungen, bei denen die Wasserstoffatome am Kohlenstoffgerüst vollständig (perfluoriert) oder teilweise (polyfluoriert) durch Fluoratome ersetzt sind.

Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) sind Organofluorverbindungen, bei denen die C-H-Bindungen vollständig (perfluoriert) oder teilweise (polyfluoriert) durch C-F-Bindungen ersetzt sind. Sie gehören zur chemischen Gruppe der per- und polyfluorierten Verbindungen (PFC).

Zu den PFAS gehören beispielsweise die gasförmigen Fluorkohlenwasserstoffe (FKW), die als Kühlmittel und Treibgase eingesetzt werden, ebenso wie die perfluorierten Tenside (PFT). PFT sind oberflächenaktive  Verbindungen, deren bekannteste Vertreter die Perfluoroktansäure (PFOA) und Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) sind. Weiterhin gehören zu den PFAS auch Kunststoffe (Fluorpolymere), wie zum Beispiel Polytetrafluorethylen (PTFE), das in Produkten unter den Handelsnamen Teflon®, Scotchgard™ und Goretex® vertrieben wird.

PFAS werden wegen ihrer chemischen Eigenschaften – viele sind hitzestabil, hydrophob (wasserabweisend) und lipophob (fettabweisend) – vielfältig eingesetzt. Die Hauptanwendungsgebiete liegen in der Oberflächenbehandlung z.B. von Textilien, Haushaltsgegenständen und Baustoffen, in der Papierveredelung und der Spezialchemie. Sie finden sich in Reinigungsmitteln, Schaumlöschmitteln, Kabelummantelungen und hydraulischen Flüssigkeiten und werden in der Metallurgie, Elektronik und Medizintechnik verwendet. Bei Herstellung und Gebrauch können die Stoffe in die Umwelt gelangen. PFAS sind in der Umwelt sehr stabil und können sich in den Umweltmedien verbreiten. Einige dieser Stoffe besitzen ein hohes Bioakkumulationspotenzial und können sich im Nahrungsnetz anreichern. Darüber hinaus sind einige Verbindungen toxisch oder stehen im Verdacht, krebserregend zu sein.

Aufgrund dieser Eigenschaften verzichtet der größte Produzent 3M seit 2001 freiwillig auf den Einsatz von PFOS. Seit 2006 ist der Gebrauch von PFOS in der Europäischen Union (EU) eingeschränkt. 2009 wurden PFOS und seine Salze sowie Perfluoroktansulfonylfluorid (PFOSF) in den Annex B der Stockholmer Konvention aufgenommen (Beschränkung der Produktion und Anwendung). Eine Bewertung von Perfluoroktansäure (PFOA) im Rahmen der Stockholmer Konvention steht dagegen noch aus.

Untersuchte Substanzen

Perfluorbutansäure Fluorcarbon mit 4 C-Atomen
Perfluorpentansäure Fluorcarbon mit 5 C-Atomen
Perfluorhexansäure Fluorcarbon mit 6 C-Atomen
Perfluorheptansäure Fluorcarbon mit 7 C-Atomen
Perfluoroctansäure Fluorcarbon mit 8 C-Atomen
Perfluornonansäure Fluorcarbon mit 9 C-Atomen
Perfluordecansäure Fluorcarbon mit 10 C-Atomen
Perfluorundecansäure Fluorcarbon mit 11 C-Atomen
Perfluordodecansäure Fluorcarbon mit 12 C-Atomen
Perfluortridecansäure Fluorcarbon mit 13 C-Atomen
Perfluortetradecansäure Fluorcarbon mit 14 C-Atomen
Perfluorbutansulfonsäure Fluorcarbon mit 4 C-Atomen und einer Sulfonsäuregruppe; Ersatzstoff für PFOS in vielen Anwendungen
Perfluorhexansulfonsäure Fluorcarbon mit 6 C-Atomen und einer Sulfonsäuregruppe
Perfluorheptansulfonsäure Fluorcarbon mit 7 C-Atomen und einer Sulfonsäuregruppe
Perfluoroctansulfonsäure Fluorcarbon mit 8 C-Atomen und einer Sulfonsäuregruppe
Perfluordecansulfonsäure Fluorcarbon mit 10 C-Atomen und einer Sulfonsäuregruppe
Perfluoroctansulfonsäureamid Fluorcarbon mit 8 C-Atomen und einer Sulfonsäureamidgruppe

Probenarten

Brassen Bioindikator in Fließgewässern und Seen
Aalmutter Der einzige lebendgebärende Fisch in deutschen Küstengewässern
Silbermöwe Die Silbermöwe ernährt sich in Küstennähe hauptsächlich aus dem Meer: von Fischen, Muscheln und Krebstieren.
Reh, einjährig Die kleinste und häufigste Hirschart Europas.
Studentenkollektive Je zur Hälfte weibliche und männliche Studenten im Alter von 20 bis 29 Jahren.

Probenahmegebiete

BR/NP Berchtesgaden Einziger Hochgebirgs-Nationalpark in Deutschland und international bedeutsamer Ausschnitt der nördlichen Kalkalpen
Saarländischer Verdichtungsraum Bedeutendes, altindustriealisiertes Ballungszentrum Deutschlands.
Bornhöveder Seengebiet Hauptwasserscheide zwischen Nord- und Ostsee
Rhein Längster Fluss Deutschlands
NP Bayerischer Wald Deutschlands erster Nationalpark.
NP Vorpommersche Boddenlandschaft Nationalpark im größten Brackwasserlebensraum der Erde
BR/NP Wattenmeere Nationalpark im größten zusammenhängenden Schlick- und Sandwatt der Welt.
Elbe Viertgrößtes Flussgebiet Mitteleuropas
Verdichtungsraum Leipzig Gebiet im Mitteldeutschen Chemiedreieck einschließlich der Dübener Heide
NP Harz Größter Waldnationalpark in Deutschland
Solling Zweithöchstes und zweitgrößtes Mittelgebirge in Norddeutschland
BR Pfälzerwald Größtes zusammenhängendes Waldgebiet Deutschlands
Oberbayerisches Tertiärhügelland Teil des süddeutschen Molassebeckens
Donau Zweitlängster Strom Europas
Standorte Humanproben 4 Universitätsstädte als Standorte für die Probenahme.

Untersuchungszeitraum

1982 - 2016

Weiterführende Informationen

Verweise auf externe Informationen und gesetzliche Regelungen

Literaturangaben