Oberbayerisches Tertiärhügelland

Teil des süddeutschen Molassebeckens

Das Oberbayerische Tertiärhügelland ist Teil des Tertiärhügellandes, das bis nach Österreich ragt. Das Tertiärhügelland ist ein klimatisch gemäßigtes welliges Hügelland. Es entstand aus tertiären Abtragungsschutt der Alpen, altpleistozänen Schottern und Ablagerungen der großen Alpenflüsse während und nach den Eiszeiten. Folgende Kennzeichen sind typisch für das Gebiet:

  • Es ist zu ca. 20% bewaldet. Intensive Waldweide sowie Gras- und Streunutzung, umfangreiche Sammelrechte für Eicheln und Bucheckern und die explosionsartige Holznutzung führten zur völligen Veränderung der ehemals vorkommenden natürlichen Waldgesellschaften. Fichten/Kiefern-Mischbestände bzw. Reinbestände der beiden Arten dominieren heute das Bild.
  • Es gibt es nur wenige zusammenhängende große Waldkomplexe. Der Großteil des Waldes ist heute kleinflächig und stark parzelliert.
  • Außerhalb des Waldes wird überwiegend Ackerbau  betrieben. Es ist eine Konzentration von Hopfen- und Futteranbauflächen zu verzeichnen. 
  • Wiesen sind oft nur noch an für den Ackerbau ungeeigneten Standorten (Hanglage oder mangelnde Vorflutverhältnisse) anzutreffen.
  • Die Böden sind stark wassererosionsgefährdet.
  • Der Tourismus ist vergleichsweise schwach ausgeprägt und konzentriert sich hauptsächlich auf die umliegenden Städte Ingolstadt und Augsburg  sowie auf die Landeshauptstadt München.
  • Bemerkenswert für die Immissionssituation ist, dass die Schwermetallbelastung deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Selbst innerhalb des generell unterdurchschnittlich belasteten Bundeslandes Bayern weist das Oberbayerische Tertiärhügelland vergleichsweise niedrige Werte auf.

Das Probenahmegebiet ist ca. 2.633 km2 groß und liegt im deutschen Teil des Tertiärhügellandes.

Gebietsausschnitte

Scheyern Landschaftsausschnitt in einer intensiv genutzten Agrarlandschaft

Probenarten

Fichte Bedeutender Primärproduzent in vielen naturnahen und anthropogen beeinflussten Ökosystemen.
Buche Dominierender Laubbaum in Mitteleuropa mit Vorkommen auf fast allen Böden sowie bis in über 1100 m Höhe.
Reh, einjährig Die kleinste und häufigste Hirschart Europas.
Regenwurm (Lumbricus terrestris) Wichtigste Tiergruppe aller Bodenorganismen.
Boden Der Boden ist Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenlebewesen. In ihm laufen Umbau- und Abbauprozesse von Stoffen ab und er kann diese filtern, anreichern, aber auch wieder frei setzen.

Analyte

Metalle Achtzig Prozent der Elemente auf der Erde gehören zu den Metallen
Nichtmetalle Nur achtzehn Elemente im Periodensystem
Chlorkohlenwasserstoffe Gruppe organischer Verbindungen mit wenigstens einem kovalent gebundenen Chloratom
DDT und Metabolite Toxisches persistentes Organochlorpestizid
Hexachlorcyclohexan Verschiedene isomere chemische Verbindungen aus der Gruppe der Chlorkohlenwasserstoffe
Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe Gruppe organischer Verbindungen mit mindestens drei kondensierten Sechserringen
Perfluorierte und polyfluorierte Alkylverbindungen Persistente organische Verbindungen, bei denen die Wasserstoffatome am Kohlenstoffgerüst vollständig (perfluoriert) oder teilweise (polyfluoriert) durch Fluoratome ersetzt sind.
Stabile Isotope Atome eines Elements mit unterschiedlichem Gewicht
Perchlorat Salze der Perchlorsäure
Ergänzende Untersuchungsparameter Zusatzinformationen für die Interpretation von Belastungsdaten

Untersuchungszeitraum

2000 - 2017