Perfluoroctansulfonsäure

PFOS, Heptadecafluorooctansulfonsäure; Formel: C8HF17O3S; CAS-Nummer: 1763-23-1 
Struktur von Perfluoroctansulfonsäure (PFOS)
Quelle: GSBL Stoffdatenpool

Fluorcarbon mit 8 C-Atomen und einer Sulfonsäuregruppe

Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) gehört zur Gruppe der perfluorierten Tenside mit einer unpolaren perfluorierten C-Kette und einer polaren Sulfonsäuregruppe. Es wird zur Imprägnierung von Textilen, Leder und Papier verwendet und ist Bestandteil von Polituren, Farben, Lacken, Reinigungsmitteln und Hydraulikflüssigkeiten für Luft- und Raumfahrt. Darüber hinaus wird es in der Metallverarbeitung und der Photochemie eingesetzt. PFOS war der wesentliche Bestandteil des Oberflächen- und Faserschutzmittels Scotchgard™ der Firma 3M. Gemeinsam mit Perfluoroctansäure (PFOA) war es Bestandteil von AFFF-Schaumlöschmitteln (aqueous film forming foam, Wasserfilm-bildender Schaum).
Bei Herstellung und Gebrauch kann PFOS in die Umwelt gelangen. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass PFOS beim Abbau von Fluortelomeren in der Umwelt entstehen kann. In den Umweltmedien ist es sehr persistent und kann über weite Strecken transportiert werden. So wurde es beispielsweise in Eisbären in der Arktis und Pinguineiern in der Antarktis nachgewiesen.
PFOS besitzt ein hohes Bioakkumulationspotenzial und reichert sich im Nahrungsnetz an. Es ist toxisch und steht im Verdacht, kanzerogen und reproduktionstoxisch zu sein. In Gewässern kann es  längerfristig schädliche Wirkungen haben.

Aufgrund dieser Eigenschaften verzichtet der größte Produzent 3M seit 2001 freiwillig auf den Einsatz von PFOS. Seit 2008 ist der Gebrauch von PFOS in der EU eingeschränkt, und 2009 wurden PFOS und seine Salze und Perfluoroctansulfonylfluoride (PFOSF) in Annex B der Stockholmer Konvention aufgenommen (Beschränkung der Produktion und Anwendung).

Probenarten

Brassen Bioindikator in Fließgewässern und Seen
Aalmutter Der einzige lebendgebärende Fisch in deutschen Küstengewässern
Silbermöwe Die Silbermöwe ernährt sich in Küstennähe hauptsächlich aus dem Meer: von Fischen, Muscheln und Krebstieren.
Reh, einjährig Die kleinste und häufigste Hirschart Europas.
Studentenkollektive Je zur Hälfte weibliche und männliche Studenten im Alter von 20 bis 29 Jahren.

Probenahmegebiete

BR/NP Berchtesgaden Einziger Hochgebirgs-Nationalpark in Deutschland und international bedeutsamer Ausschnitt der nördlichen Kalkalpen
Saarländischer Verdichtungsraum Bedeutendes, altindustriealisiertes Ballungszentrum Deutschlands.
Bornhöveder Seengebiet Hauptwasserscheide zwischen Nord- und Ostsee
Rhein Längster Fluss Deutschlands
NP Bayerischer Wald Deutschlands erster Nationalpark.
NP Vorpommersche Boddenlandschaft Nationalpark im größten Brackwasserlebensraum der Erde
BR/NP Wattenmeere Nationalpark im größten zusammenhängenden Schlick- und Sandwatt der Welt.
Elbe Viertgrößtes Flussgebiet Mitteleuropas
Verdichtungsraum Leipzig Gebiet im Mitteldeutschen Chemiedreieck einschließlich der Dübener Heide
NP Harz Größter Waldnationalpark in Deutschland
Solling Zweithöchstes und zweitgrößtes Mittelgebirge in Norddeutschland
BR Pfälzerwald Größtes zusammenhängendes Waldgebiet Deutschlands
Oberbayerisches Tertiärhügelland Teil des süddeutschen Molassebeckens
Donau Zweitlängster Strom Europas
Standorte Humanproben 4 Universitätsstädte als Standorte für die Probenahme.

Untersuchungszeitraum

1982 - 2016

Weiterführende Informationen

Verweise auf externe Informationen und gesetzliche Regelungen

Literaturangaben