Schwebstoffe

Suspendierte Stoffe
Probenahme Schwebstoffe
Foto: FU Berlin

Feine mineralische oder organische Partikel in der Wasserphase, die nicht in Lösung gehen

In aquatischen Ökosystemen sind Schwebstoffe gemeinsam mit dem Wasserkörper und dem Sediment die wichtigsten Struktur- und Funktionselemente. Herkunft, Menge und Zusammensetzung sind gewässerspezifisch und werden durch Geologie, Bodennutzung, Urbanisierung, technischer Stand der Klärtechnologie und weitere Faktoren des Wassereinzugsgebiets beeinflusst. Weiterhin haben beispielsweise Jahreszeiten, Nährstoffangebot, Abflussmenge und Witterungsverhältnisse Einfluss auf die chemische und biologische Zusammensetzung der Schwebstoffe.
Die Menge der Schwebstoffe in der Wasserphase spielt eine wichtige Rolle für die Gesamtfracht an organischen und anorganischen Stoffen, da ein signifikanter aber variabler Anteile der Stoffe partikelgebunden transportiert wird. Die Bindung von hydrophoben organischen Stoffen wird dabei im Wesentlichen durch den Gehalt an organischem Kohlenstoff gesteuert.
Die Schwebstoffe werden in Abhängigkeit von der Fließgeschwindigkeit, ihrer Korngröße und Dichte abgelagert (niedrige Fließgeschwindigkeiten) oder erodiert (hohe Fließgeschwindigkeiten). Dadurch kann es in Altarmen von Flüssen, staugeregelten Flussabschnitten und Häfen zu einer Ablagerung von belasteten Schwebstoffen kommen. Andererseits können Hochwasserereignisse, Baggermaßnahmen oder Schiffsverkehr zu einer Erosion von Sedimenten führen in deren Folge der Gehalt an Schwebstoffen und damit die Konzentrationen an Schadstoffen in der Wasserphase deutlich zunehmen.
Dies veranschaulicht die komplexe Funktion von Schwebstoffen und Sedimenten als Senke, Transportmedium und Quelle partikulär gebundener Stoffe. Für eine umfassende Bewertung der Gewässerbelastung sind sie daher unverzichtbar.

Für die Umweltprobenbank werden Schwebstoffe in sogenannten Sedimentationskästen gesammelt. Nach der Probenahme wird der Schwebstoff auf eine Korngröße <2 mm gesiebt. Die Proben enthalten auch Kleinorganismen wie Krebse und Würmer, die durch das Rundlochsieb durchpassen und nicht flüchten.

Die Probenahme erfolgt monatlich. Am Ende eines Jahres werden die Monatsproben zu einem Jahreshomogenat zusammengeführt.

Richtlinie zur Probenahme und Probenbearbeitung Schwebstoffe

 

Probenahmegebiete

Saarländischer Verdichtungsraum Bedeutendes, altindustriealisiertes Ballungszentrum Deutschlands.
Rhein Längster Fluss Deutschlands
Elbe Viertgrößtes Flussgebiet Mitteleuropas
Verdichtungsraum Leipzig Gebiet im Mitteldeutschen Chemiedreieck einschließlich der Dübener Heide
Donau Zweitlängster Strom Europas

Analyte

Metalle Achtzig Prozent der Elemente auf der Erde gehören zu den Metallen
Nichtmetalle Nur achtzehn Elemente im Periodensystem
Chlorkohlenwasserstoffe Gruppe organischer Verbindungen mit wenigstens einem kovalent gebundenen Chloratom
DDT und Metabolite Toxisches persistentes Organochlorpestizid
Hexachlorcyclohexan Verschiedene isomere chemische Verbindungen aus der Gruppe der Chlorkohlenwasserstoffe
Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe Gruppe organischer Verbindungen mit mindestens drei kondensierten Sechserringen
Biozide und Pflanzenschutzmittel Chemische Stoffe gegen Schadorganismen und für Pflanzenschutz
Ergänzende Untersuchungsparameter Zusatzinformationen für die Interpretation von Belastungsdaten

Untersuchungszeitraum

2005 - 2015

Weiterführende Informationen

Literaturangaben