Perfluoroctansäure

PFOA, Pentadecafluoroctansäure; Formel: C8HF15O2; CAS-Nummer: 335-67-1
Struktur von Perfluoroctansäure (PFOA)
Quelle: GSBL Stoffdatenpool

Fluorcarbon mit 8 C-Atomen

Perfluoroctansäure (PFOA) ist ein perfluoriertes Tenside mit einer polaren Carboxylgruppe und einer hydro- und lipophoben (wasser- und fettabweisenden) perfluorierten C-Kette. Aufgrund dieser Eigenschaften ist es in vielen Bereichen einsetzbar, beispielsweise als Imprägnierungsmittel für Textilien, Leder und Papier und zur Oberflächenversiegelung von Stein, Fliesen und Holz. PFOA ist Bestandteil von Wachsen, Kabelisolierungen, Industriereinigern und Schaumlöschmitteln. Als Säure ist es ein Zwischenprodukt bei der Herstellung von Fluoracrylestern. PFOA-Salze werden dagegen hauptsächlich als Emulgator bei der Synthese von Fluorpolymeren, wie beispielsweise Polytetrafluorethylen (PTFE, Handelsnamen Teflon®, Gore-Tex®), Polyvinylidenfluorid und Fluorelastomeren verwendet.
Bei Produktion und Gebrauch kann PFOA in die Umwelt gelangen. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass PFOA beim Abbau von Fluortelomeren in der Umwelt entstehen kann. Es ist in allen Umweltmedien hoch persistent und wird über weite Entfernungen transportiert. PFOA besitzt ein hohes Bioakkumulationspotenzial. In Tierversuchen ist es kanzerogen, toxisch und hormonell wirksam. PFOA ist giftig für aquatische Organismen und kann in Gewässern langfristig schädliche Wirkung haben.

Eine Risikobewertung von PFOA steht noch aus. Auf Anregung der US-EPA haben sich jedoch bereits 2006 sechs Hersteller von PFOA freiwillig zu einer 95%igen Verminderung der globalen PFOA-Emissionen bis 2010 und zu einem Verzicht auf den Stoff bis 2015 verpflichtet.

Probenarten

Dreikantmuschel Invasive, weit verbreitete Muschelart in Flüssen und Seen mit guten Indikatoreigenschaften für Gewässerbelastungen
Brassen Bioindikator in Fließgewässern und Seen
Schwebstoffe Feine mineralische oder organische Partikel in der Wasserphase, die nicht in Lösung gehen
Blasentang Braunalge, die in den Ufer- und Brandungszonen der Nord- und Ostsee weit verbreitet ist
Miesmuschel In Nord- und Ostsee weit verbreitete Muschelart, die zu den wichtigsten essbaren Muscheln zählt
Aalmutter Der einzige lebendgebärende Fisch in deutschen Küstengewässern
Silbermöwe Die Silbermöwe ernährt sich in Küstennähe hauptsächlich aus dem Meer: von Fischen, Muscheln und Krebstieren.
Fichte Bedeutender Primärproduzent in vielen naturnahen und anthropogen beeinflussten Ökosystemen.
Kiefer Bedeutender Primärproduzent in vielen naturnahen und anthropogen beeinflussten Ökosystemen.
Pyramidenpappel Ein typischer Laubbaum in ballungsraumnahen Ökosystemen und Indikator zur Charakterisierung der Immissionssituation einer Vegetationsperiode.
Buche Dominierender Laubbaum in Mitteleuropa mit Vorkommen auf fast allen Böden sowie bis in über 1100 m Höhe.
Reh, einjährig Die kleinste und häufigste Hirschart Europas.
Regenwurm (Aporrectodea longa) Wichtigste Tiergruppe aller Bodenorganismen.
Regenwurm (Lumbricus terrestris) Wichtigste Tiergruppe aller Bodenorganismen.
Boden Der Boden ist Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenlebewesen. In ihm laufen Umbau- und Abbauprozesse von Stoffen ab und er kann diese filtern, anreichern, aber auch wieder frei setzen.
Studierende Je zur Hälfte weibliche und männliche Studierende im Alter von 20 bis 29 Jahren.

Probenahmegebiete

BR/NP Berchtesgaden Einziger Hochgebirgs-Nationalpark in Deutschland und international bedeutsamer Ausschnitt der nördlichen Kalkalpen
Saarländischer Verdichtungsraum Bedeutendes, altindustriealisiertes Ballungszentrum Deutschlands.
Bornhöveder Seengebiet Hauptwasserscheide zwischen Nord- und Ostsee
Rhein Längster Fluss Deutschlands
NP Bayerischer Wald Deutschlands erster Nationalpark.
NP Vorpommersche Boddenlandschaft Nationalpark im größten Brackwasserlebensraum der Erde
BR/NP Wattenmeere Nationalpark im größten zusammenhängenden Schlick- und Sandwatt der Welt.
Elbe Viertgrößtes Flussgebiet Mitteleuropas
Verdichtungsraum Leipzig Gebiet im Mitteldeutschen Chemiedreieck einschließlich der Dübener Heide
NP Harz Größter Waldnationalpark in Deutschland
Solling Zweithöchstes und zweitgrößtes Mittelgebirge in Norddeutschland
BR Pfälzerwald Größtes zusammenhängendes Waldgebiet Deutschlands
Oberbayerisches Tertiärhügelland Teil des süddeutschen Molassebeckens
Donau Zweitlängster Strom Europas
Standorte Humanproben 4 Universitätsstädte als Standorte für die Probenahme.

Untersuchungszeitraum

1982 - 2019

Weiterführende Informationen

Verweise auf externe Informationen und gesetzliche Regelungen

Literaturangaben