Regenwurm (Lumbricus terrestris)

Gemeiner Regenwurm, Tauwurm, Aalwurm; wissenschaftlicher Name: Lumbricus terrestris
Regenwurm (Lumbricus terrestris)
Foto: UPB-Projektgruppe Trier

Wichtigste Tiergruppe aller Bodenorganismen.

Von den 39 derzeit in Deutschland lebenden Regenwurmarten, ist der tiefgrabende Lumbricus terrestris die bekannteste einheimische Art.
Als bodenbewohnender Organismus ist der Regenwurm auf sehr unterschiedliche Weise an den komplexen Prozessen der Bodenentwicklung beteiligt. Er ernährt sich überwiegend von toter organischer Substanz wie z.B. Falllaub und Pflanzenresten. Gleichzeitig nimmt er zum Graben seiner bis zu drei Meter tiefen Gänge Mineralboden auf. Somit ist der Regenwurm ein Bioindikator, der die bioverfügbare Belastungssituation des gesamten Bodens repräsentiert.

Als Nahrung vieler anderer Tiere nimmt der Regenwurm eine bedeutende Stellung in der Nahrungskette ein. In terrestrischen Ökosystemen ist er als einziger Vertreter der Destruenten in ausreichender Biomasse für die Gewinnung von Archivproben für die Umweltprobenbank verfügbar.

Die Probenahme erfolgt von Oktober bis Mitte Dezember. Beprobt werden die entkoteten Gesamtkörper geschlechtsreifer Regenwürmer.

Richtlinie zur Probenahme und Probenbearbeitung Regenwurm (Lumbricus terrestris, Aporrectodea longa)

Untersuchte Zielorgane/Matrizes

Gesamter Körper ohne Darminhalt Da nur wenig über die Schadstoffkompartimentierung des Regenwurms bekannt ist, wird der gesamte Wurmkörper beprobt. Aufgrund der unterschiedlichen qualitativen und quantitativen Zusammensetzung des Darminhaltes, muss der Darm des Wurmes entleert werden.

Probenahmegebiete

Saarländischer Verdichtungsraum Bedeutendes, altindustriealisiertes Ballungszentrum Deutschlands.
Verdichtungsraum Leipzig Gebiet im Mitteldeutschen Chemiedreieck einschließlich der Dübener Heide
Solling Zweithöchstes und zweitgrößtes Mittelgebirge in Norddeutschland
Oberbayerisches Tertiärhügelland Teil des süddeutschen Molassebeckens

Analyte

Metalle Achtzig Prozent der Elemente auf der Erde gehören zu den Metallen
Nichtmetalle Nur achtzehn Elemente im Periodensystem
Chlorkohlenwasserstoffe Gruppe organischer Verbindungen mit wenigstens einem kovalent gebundenen Chloratom
DDT und Metabolite Toxisches persistentes Organochlorpestizid
Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe Gruppe organischer Verbindungen mit mindestens drei kondensierten Sechserringen
Stabile Isotope Atome eines Elements mit unterschiedlichem Gewicht
Ergänzende Untersuchungsparameter Zusatzinformationen für die Interpretation von Belastungsdaten

Untersuchungszeitraum

1994 - 2017

Biometrische Parameter

Gewicht  
Kotgewicht  

Weiterführende Informationen

Verweise auf externe Informationen und gesetzliche Regelungen