d13C

Delta-C-13; δ13C

Maß für die Anreicherung des stabilen Kohlenstoff-Isotops 13C in der Nahrungskette

Kohlenstoff existiert in zwei stabilen Isotopen, 13C und 12C. Sie unterscheiden sich in ihrer Atommasse und können daher mit Hilfe der Massenspektrometrie (MS) getrennt erfasst werden (Isotopenverhältnis-MS). Das leichtere Isotop 12C kommt mit 98,9% deutlich häufiger in der Umwelt vor als 13C mit nur 1,1%.

In der Natur hängt das Verhältnis von 13C zu 12C wesentlich von der Photosyntheseleistung von Pflanzen ab. Da das leichtere Isotop schneller reagiert beziehungsweise schneller enzymatisch umgesetzt wird, reichert sich das schwerere Isotop 13C dabei im Vergleich zum 12C im Organismus an. In der Nahrungskette setzt sich diese Anreicherung fort.
Die Unterschiede in den 13C/12C-Verhältnissen sind meist klein und werden deshalb relativ zueinander betrachtet. Dazu wird die so genannte δ-Notation verwendet, wobei die Werte in Promille (‰) ausgedrückt werden. Je positiver ein δ-Wert ist, desto stärker ist das schwerere Isotop in der untersuchten Probe angereichert.

Da der δ13C Wert eines Organismus von seiner unmittelbaren Umwelt und seiner Nahrung beeinflusst wird, kann er Aufschluss über die Herkunft von Proben und die Ernährung von Organismen geben.
In aquatischen Ökosystemen kann der δ13C Wert dazu dienen, zwischen den beiden großen  Energiequellen – festsitzende Algen und abgestorbene organische Substanz (Detritus) einerseits und Phytoplankton andererseits - zu unterscheiden. Damit können Organismen ufernahen beziehungsweise Freiwasser-Nahrungsnetzen zugeordnet werden.

Probenarten

Dreikantmuschel Invasive, weit verbreitete Muschelart in Flüssen und Seen mit guten Indikatoreigenschaften für Gewässerbelastungen
Brassen Bioindikator in Fließgewässern und Seen
Schwebstoffe Feine mineralische oder organische Partikel in der Wasserphase, die nicht in Lösung gehen
Blasentang Braunalge, die in den Ufer- und Brandungszonen der Nord- und Ostsee weit verbreitet ist
Miesmuschel In Nord- und Ostsee weit verbreitete Muschelart, die zu den wichtigsten essbaren Muscheln zählt
Aalmutter Der einzige lebendgebärende Fisch in deutschen Küstengewässern
Silbermöwe Die Silbermöwe ernährt sich in Küstennähe hauptsächlich aus dem Meer: von Fischen, Muscheln und Krebstieren.
Fichte Bedeutender Primärproduzent in vielen naturnahen und anthropogen beeinflussten Ökosystemen.
Kiefer Bedeutender Primärproduzent in vielen naturnahen und anthropogen beeinflussten Ökosystemen.
Buche Dominierender Laubbaum in Mitteleuropa mit Vorkommen auf fast allen Böden sowie bis in über 1100 m Höhe.
Reh, einjährig Die kleinste und häufigste Hirschart Europas.
Stadttaube In fast jeder Stadt heimisch
Regenwurm (Aporrectodea longa) Wichtigste Tiergruppe aller Bodenorganismen.
Regenwurm (Lumbricus terrestris) Wichtigste Tiergruppe aller Bodenorganismen.

Probenahmegebiete

BR/NP Berchtesgaden Einziger Hochgebirgs-Nationalpark in Deutschland und international bedeutsamer Ausschnitt der nördlichen Kalkalpen
Saarländischer Verdichtungsraum Bedeutendes, altindustriealisiertes Ballungszentrum Deutschlands.
Bornhöveder Seengebiet Hauptwasserscheide zwischen Nord- und Ostsee
Rhein Längster Fluss Deutschlands
NP Bayerischer Wald Deutschlands erster Nationalpark.
NP Vorpommersche Boddenlandschaft Nationalpark im größten Brackwasserlebensraum der Erde
BR/NP Wattenmeere Nationalpark im größten zusammenhängenden Schlick- und Sandwatt der Welt.
Elbe Viertgrößtes Flussgebiet Mitteleuropas
Verdichtungsraum Leipzig Gebiet im Mitteldeutschen Chemiedreieck einschließlich der Dübener Heide
NP Harz Größter Waldnationalpark in Deutschland
Solling Zweithöchstes und zweitgrößtes Mittelgebirge in Norddeutschland
BR Pfälzerwald Größtes zusammenhängendes Waldgebiet Deutschlands
Oberbayerisches Tertiärhügelland Teil des süddeutschen Molassebeckens
Donau Zweitlängster Strom Europas

Untersuchungszeitraum

1993 - 2018