Selen

Formel: Se; CAS-Nummer: 7782-49-2

Relativ seltenes Element, das natürlich sowohl in seiner elementaren Form als auch in vielen Mineralien vorkommt

Industriell wird es vor allem von der chemischen Industrie, der Glas- und der Elektronikindustrie genutzt. Weitere Anwendungsbereiche finden sich beispielsweise in der Gummiherstellung, Metallverarbeitung, Nahrungsmittelindustrie, Medizin und im Bereich der Agrarwirtschaft.
Selen-Emissionen sind überwiegend auf anthropogene Aktivitäten zurückzuführen (beispielsweise bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle). Natürlich erhöhte Selengehalte finden sich in der Umgebung von Vulkanen. In Gewässer gelangt es durch Gesteinsverwitterung, Ausschwemmung aus Böden, Abwässer und über die Luft.

Selen ist für Tiere und einige Pflanzen essentiell. Neben seiner physiologischen Funktion als Bestandteil von Proteinen, wirkt es als Schutz gegen Umweltgifte und Kanzerogene. Es besitzt jedoch auch toxische Eigenschaften, wobei der Konzentrationsbereich zwischen Selen-Mangel und -Toxizität bei vielen Organismen sehr gering ist.

Zu den umweltrelevanten Charakteristika von Selen zählen:

Richtlinie zur chemischen Analyse: Bestimmung von Arsen und Selen in Umweltproben durch ICP-MS nach Hydridbildung

Probenarten

Dreikantmuschel Invasive, weit verbreitete Muschelart in Flüssen und Seen mit guten Indikatoreigenschaften für Gewässerbelastungen
Brassen Bioindikator in Fließgewässern und Seen
Schwebstoffe Feine mineralische oder organische Partikel in der Wasserphase, die nicht in Lösung gehen
Blasentang Braunalge, die in den Ufer- und Brandungszonen der Nord- und Ostsee weit verbreitet ist
Miesmuschel In Nord- und Ostsee weit verbreitete Muschelart, die zu den wichtigsten essbaren Muscheln zählt
Aalmutter Der einzige lebendgebärende Fisch in deutschen Küstengewässern
Silbermöwe Die Silbermöwe ernährt sich in Küstennähe hauptsächlich aus dem Meer: von Fischen, Muscheln und Krebstieren.
Fichte Bedeutender Primärproduzent in vielen naturnahen und anthropogen beeinflussten Ökosystemen.
Kiefer Bedeutender Primärproduzent in vielen naturnahen und anthropogen beeinflussten Ökosystemen.
Pyramidenpappel Ein typischer Laubbaum in ballungsraumnahen Ökosystemen und Indikator zur Charakterisierung der Immissionssituation einer Vegetationsperiode.
Buche Dominierender Laubbaum in Mitteleuropa mit Vorkommen auf fast allen Böden sowie bis in über 1100 m Höhe.
Reh, einjährig Die kleinste und häufigste Hirschart Europas.
Stadttaube In fast jeder Stadt heimisch
Studentenkollektive Je zur Hälfte weibliche und männliche Studenten im Alter von 20 bis 29 Jahren.

Probenahmegebiete

BR/NP Berchtesgaden Einziger Hochgebirgs-Nationalpark in Deutschland und international bedeutsamer Ausschnitt der nördlichen Kalkalpen
Saarländischer Verdichtungsraum Bedeutendes, altindustriealisiertes Ballungszentrum Deutschlands.
Bornhöveder Seengebiet Hauptwasserscheide zwischen Nord- und Ostsee
Rhein Längster Fluss Deutschlands
NP Bayerischer Wald Deutschlands erster Nationalpark.
NP Vorpommersche Boddenlandschaft Nationalpark im größten Brackwasserlebensraum der Erde
BR/NP Wattenmeere Nationalpark im größten zusammenhängenden Schlick- und Sandwatt der Welt.
Elbe Viertgrößtes Flussgebiet Mitteleuropas
Verdichtungsraum Leipzig Gebiet im Mitteldeutschen Chemiedreieck einschließlich der Dübener Heide
NP Harz Größter Waldnationalpark in Deutschland
Solling Zweithöchstes und zweitgrößtes Mittelgebirge in Norddeutschland
BR Pfälzerwald Größtes zusammenhängendes Waldgebiet Deutschlands
Oberbayerisches Tertiärhügelland Teil des süddeutschen Molassebeckens
Donau Zweitlängster Strom Europas
Standorte Humanproben 4 Universitätsstädte als Standorte für die Probenahme.

Untersuchungszeitraum

1985 - 2019