Hexachlorcyclohexan

HCH; 1,2,3,4,5,6-Hexachlorcyclohexan; Benzolhexachlorid; BHC; Formel: C6H6Cl6; CAS-Nummer: 608-73-1
Chemische Struktur von Hexachlorcyclohexan
Quelle: GSBL Stoffdatenpool

Verschiedene isomere chemische Verbindungen aus der Gruppe der Chlorkohlenwasserstoffe

Hexachlorcyclohexan (HCH) wird seit Ende des 2. Weltkrieges kommerziell hergestellt. Bei der Synthese von HCH aus Benzol und Chlor entsteht ein Isomerengemisch (technisches HCH), das sich aus 65-70% α-HCH, 7-20% β-HCH, 14-15% γ-HCH, 6-10% δ-HCH und 1-2% ε-HCH zusammensetzt. Von diesen ist nur das γ-Isomer für die insektizide Wirkung verantwortlich. Als Lindan bezeichnet man das Produkt, das zu mindestens 99% aus γ-HCH besteht.

In der BRD wurde die Anwendung von technischem HCH 1977 verboten, für Lindan besteht bis heute ein beschränktes Anwendungsverbot. In der DDR war ab Mitte der 1970er Jahre Lindan das neben DDT am häufigsten verwendete Insektizid; es wurde in größeren Mengen in der DDR selbst produziert, aber auch aus Ostblockstaaten importiert.

Umweltkontaminationen durch HCH gehen auf die frühere Verwendung von HCH- oder Lindan-haltigen Produkten in der Land- und Forstwirtschaft, in der Veterinärmedizin und in Haushalten zurück. Zusätzlich kommt es durch Produktionsrückstände aus der Lindanherstellung zu einer Kontamination der Umwelt. Dabei entstehen pro produzierter Tonne Lindan etwa neun Tonnen nicht insektizid wirksame Abfallisomere, die früher oft unbedacht auf Kippen abgelagert wurden.

Die drei HCH-Isomere alpha, beta und gamma wurden 2009 in die Stockholm POP-Konvention aufgenommen.

Untersuchte Substanzen

alpha-HCH Der mengenmäßig wichtigste Bestandteil von technischem HCH
Lindan (gamma-HCH) Sehr wirksames Insektizid, dessen Einsatz in der Landwirtschaft seit 2002 verboten und seit 2007 in pharmazeutischen Produkten eingeschränkt ist
beta-HCH Stabilstes HCH-Isomer mit dem größten Potenzial zur Anreicherung im Nahrungsnetz

Probenarten

Dreikantmuschel Invasive, weit verbreitete Muschelart in Flüssen und Seen mit guten Indikatoreigenschaften für Gewässerbelastungen
Brassen Bioindikator in Fließgewässern und Seen
Schwebstoffe Feine mineralische oder organische Partikel in der Wasserphase, die nicht in Lösung gehen
Miesmuschel In Nord- und Ostsee weit verbreitete Muschelart, die zu den wichtigsten essbaren Muscheln zählt
Aalmutter Der einzige lebendgebärende Fisch in deutschen Küstengewässern.
Silbermöwe Die Silbermöwe ernährt sich in Küstennähe hauptsächlich aus dem Meer: von Fischen, Muscheln und Krebstieren.
Reh, einjährig Die kleinste und häufigste Hirschart Europas.
Stadttaube In fast jeder Stadt heimisch
Boden Der Boden ist Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenlebewesen. In ihm laufen Umbau- und Abbauprozesse von Stoffen ab und er kann diese filtern, anreichern, aber auch wieder frei setzen.

Probenahmegebiete

BR/NP Berchtesgaden Einziger Hochgebirgs-Nationalpark in Deutschland und international bedeutsamer Ausschnitt der nördlichen Kalkalpen
Saarländischer Verdichtungsraum Bedeutendes, altindustriealisiertes Ballungszentrum Deutschlands.
Bornhöveder Seengebiet Hauptwasserscheide zwischen Nord- und Ostsee
Rhein Längster Fluss Deutschlands
NP Bayerischer Wald Deutschlands erster Nationalpark.
NP Vorpommersche Boddenlandschaft Nationalpark im größten Brackwasserlebensraum der Erde
BR/NP Wattenmeere Nationalpark im größten zusammenhängenden Schlick- und Sandwatt der Welt.
Elbe Viertgrößtes Flussgebiet Mitteleuropas
Dübener Heide Gebiet im Mitteldeutschen Chemiedreieck
NP Harz Größter Waldnationalpark in Deutschland
Solling Zweithöchstes und zweitgrößtes Mittelgebirge in Norddeutschland
BR Pfälzerwald Größtes zusammenhängendes Waldgebiet Deutschlands
Oberbayerisches Tertiärhügelland Teil des süddeutschen Molassebeckens
Donau Zweitlängster Strom Europas

Untersuchungszeitraum

1985 - 2016