beta-HCH in Brassen aus der Mulde

Sprunghafter Anstieg nach Elbehochwasser 2002

beta-HCH fällt bei der Herstellung des Insektenvernichtungsmittels Lindan (gamma-HCH) als unerwünschtes Nebenprodukt an. Es ist in der Umwelt sehr persistent und besitzt ein hohes Bioakkumulations- und Biomagnifikationspotenzial. In früheren Jahren wurde beta-HCH oft nicht umweltgerecht auf Deponien entsorgt. Dies ist vermutlich die Ursache von Belastungen am früheren Hauptproduktionsstandort von Lindan in der ehemaligen DDR, der Region um Bitterfeld.
Bei Erdarbeiten und Deichsanierungen nach dem Elbehochwasser 2002 wurden offenbar große Mengen beta-HCH aus Böden und Deponien rund um Bitterfeld freigesetzt und gelangten in die Mulde. Dies führte zu einem sprunghaften Anstieg von beta-HCH in Brassen ab 2003 mit Höchstwerten im Jahr 2004.

beta-HCH in der Muskulatur von Brassen aus der Mulde bei Dessau
Abb. 1: beta-HCH in der Muskulatur von Brassen aus der Mulde bei Dessau Vergrößert anzeigen

 

Empfohlene Steckbriefe

Probenarten

Brassen Bioindikator in Fließgewässern und Seen

Analyte

Hexachlorcyclohexan Verschiedene isomere chemische Verbindungen aus der Gruppe der Chlorkohlenwasserstoffe

Probenahmegebiete

Verdichtungsraum Leipzig Gebiet im Mitteldeutschen Chemiedreieck einschließlich der Dübener Heide