beta-HCH in Schwebstoffen aus Rhein und Elbe

Hohe Schwebstoffbelastung mit HCH an den Probenahmeflächen der Elbe unterhalb der Mulde-Mündung

In der Umwelt ist beta-HCH sehr persistent und besitzt ein hohes Bioakkumulationspotenzial. Es ist ein Nebenprodukt der Lindan-Produktion und Bestandteil von technischem HCH.

In der BRD wird technisches HCH seit 1977 nicht mehr verwendet und auch die Lindan-Produktion wurde Anfang der 1980er Jahre eingestellt. Dagegen war Lindan in der DDR eines der meistverwendeten Insektizide und wurde bis Ende der 1980er Jahre in der Region Bitterfeld hergestellt. Die dabei entstandenen alpha- und beta-HCH-haltigen Produktionsrückstände führten durch unsachgemäße Entsorgung zur Kontamination von Böden und Gewässern.

Seit 2009 gilt ein weltweites Verbot von alpha- und beta-HCH und die Verwendung von gamma-HCH (Lindan) wurde stark eingeschränkt.

Das Vorkommen von beta-HCH in der Umwelt ist folglich überwiegend auf die frühere Produktion und Verwendung von HCH- oder Lindan-haltigen Produkten zurückzuführen. Dementsprechend zeigen sich deutliche Unterschiede in der Schwebstoffbelastung zwischen Ost- und Westdeutschland.

Im Rhein sind die beta-HCH-Konzentrationen im Schwebstoff generell niedrig und liegen meist im Bereich der analytischen Bestimmungsgrenze. Auch an den Elbe-Probenahmeflächen Prossen und Zehren finden sich nur niedrige beta-HCH-Konzentrationen in Schwebstoffproben. Dagegen steigt die Belastung unterhalb der Mulde-Mündung sprunghaft an. Dies lässt sich im Wesentlichen auf Einträge aus der Region Bitterfeld zurück führen, durch die die Mulde fließt. In Blankenese im Unterlauf der Elbe zeigt sich ein Verdünnungseffekt durch Nordseewasser und die Belastung sinkt wieder.

beta-HCH in Schwebstoffen aus Rhein und Elbe
Abb. 1: beta-HCH in Schwebstoffen aus Rhein und Elbe Vergrößert anzeigen

 

Empfohlene Steckbriefe

Probenarten

Schwebstoffe Feine mineralische oder organische Partikel in der Wasserphase, die nicht in Lösung gehen

Analyte

beta-HCH Stabilstes HCH-Isomer mit dem größten Potenzial zur Anreicherung im Nahrungsnetz

Probenahmegebiete

Elbe Viertgrößtes Flussgebiet Mitteleuropas
Rhein Längster Fluss Deutschlands