Diisononylphthalat
Gemisch organisch-chemischer Verbindungen aus der Gruppe der Phthalate, das vor allem als Weichmacher dient und zunehmend anstelle von DEHP eingesetzt wird
Diisononylphthalat (DiNP) bezeichnet eine Gruppe mehrerer Produkte, die durch Umsetzung von Phthalsäure mit Isononylalkohol entstehen und leicht unterschiedlich verzweigte Alkoholgruppen aufweisen. DiNP 1 (CAS 68515-48-0) wird durch die sogenannte Polygas-Technologie hergestellt und enthält etwa gleiche Anteile von 3,4-, 4,6-, 3,6-, 3,5-, 4,5-, und 5,6-Dimethylheptanol-1. DINP 2 (CAS 28553-12-0) basiert auf n-Buten und sein Alkoholanteil besteht hauptsächlich aus alkylsubstitutieren Octanolen, Heptanolen und Hexanolen. Die Wirkprofile und das toxikologische Verhalten der verschiedenen DiNP gleichen sich, sodass sie regulatorisch gleich behandelt werden.
DiNP dient als Weichmacher vor allem für PVC (z.B. in Boden- und Wandbelägen, Teppichböden, Schuhsohlen, Rohren, Kabeln, Vinylhandschuhen), findet sich aber auch in Gummi, Dispersionen, Farben, Lacken, Dichtmitteln, Klebstoffen und Verpackungen. Es wird zunehmend als Ersatzstoff für DEHP (Diethylhexylphthalat) verwendet.
DiNP ist in der Kunststoffmatrix nicht fest gebunden und kann ausdünsten und bei Kontakt mit Flüssigkeiten und Fetten herausgelöst werden. In der Umwelt wird es schnell abgebaut. DiNP besitzt ein relativ hohes Bioakkumulationspotenzial.
Im Tierversuch ist DiNP chronisch toxisch. Auch Reproduktionstoxizität kann nicht ausgeschlossen werden. Obwohl keine Hinweise auf akute Gefährdungen durch DINP beim Menschen vorliegen, darf Diisononylphthalat vorsorglich nicht in Kinderspielzeug eingesetzt werden.
Im Rahmen der Umweltprobenbank wird in Humanproben nicht der Ausgangsstoff DiNP selbst untersucht, sondern dessen Hauptabbauprodukte.
Datenrecherche
Untersuchte Substanzen
| 7oxo-MiNP | Mono(4-methyl-7-oxo-octyl)phthalat ist ein oxydierter Metabolit von DiNP mit funktioneller oxo-Gruppe. |
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| 7OH-MiNP | Mono(4-methyl-7-hydroxyoctyl)phthalat ist ein oxydierter Metabolit von DiNP mit funktioneller OH-Gruppe. |
| 7cx-MiNP | Mono(4-methyl-7-carboxyheptyl)phthalat ist ein oxydierter Metabolit von DiNP mit funktioneller Carboxyl-Gruppe. |
Probenarten
| Studentenkollektive | Je zur Hälfte weibliche und männliche Studenten im Alter von 20 bis 29 Jahren. |
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Probenahmegebiete
| Standorte Humanproben | 4 Universitätsstädte als Standorte für die Probenahme. |
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Untersuchungszeitraum
1988 - 2008
Weiterführende Informationen
Verweise auf externe Informationen und gesetzliche Regelungen
- GSBL Gemeinsamer Stoffdatenpool Bund/Länder - Di-iso-nonylphthalat: umweltrelevante Eigenschaften
- Mitteilung der Kommission über die Ergebnisse der Risikobewertung und über die Risikobegrenzungsstrategien für die Stoffe: ... Diisononylphthalat ... (2006/C 90/04)
- Richtlinie 2005/84/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 14. Dezember 2005 zur 22. Änderung der Richtlinie 76/769/EWG des Rates zur Angleichung der Rechts und Verwaltungsvorschriften der Mitgliedstaaten betreffend Beschränkungen des Inverkehrbringens und der Verwendung gewisser gefährlicher Stoffe und Zubereitungen (Phthalate in Spielzeug und Babyartikeln)
- Richtlinie 2008/105/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Qualitätsnormen im Bereich der Wasserpolitik
- Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik
- VwVwS - Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Änderung der Verwaltungsvorschrift wassergefährdende Stoffe vom 27. Juli 2005
- Begründung für Bewertung von Stoffeigenschaften: Diisononylphthalat (DINP)
Literaturangaben
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Internal phthalate exposure over the last two decades – A retrospective human biomonitoring study
Wittassek, Matthias; Wiesmüller, Gerhard A.; Koch, Holger M.; Eckard, Rolf; Dobler, Lorenz; Helm, Dieter; Müller, Johannes; Angerer, Jürgen; Schlüter, Christoph
International Journal of Hygiene and Environmental Health 210 (2007), 3-4, 319-333, 2007