Umweltprobenbank des Bundes - Auswertung der Analysen von Schwebstoffproben aus den Jahren 2005 bis 2009

2012, Berichte

Weinfurtner, Karlheinz; Fliedner, Annette
Schmallenberg: Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie, 2012. - 65

Hintergrund und Zielsetzung

Das Ziel der Umweltprobenbank, Aussagen über den aktuellen Zustand ausgewählter aquatischer Ökosysteme und deren Veränderungen im Laufe der Zeit zu treffen, kann nur erreicht werden, wenn neben den betrachteten lebenden Matrices wie Brassen und Dreikantmuscheln auch die sie umgebenden Medien, wie z. B. Schwebstoffe, in die Untersuchungen mit aufgenommen werden. Aus diesem Grund sammelt und archiviert die Umweltprobenbank des Bundes seit 2005 auch die Matrix Schwebstoff an ihren limnischen Standorten.
Unter dem Begriff Schwebstoffe werden im Wasser enthaltene mineralische und organische Feststoffe zusammengefasst, die nicht in Lösung gehen und wegen ihrer geringen Größe und ihres geringen Gewichts in Schwebe gehalten bzw. schon durch geringe Bewegungen des Mediums wieder verteilt werden. Schwebstoffe sind in aquatischen Ökosystemen zusammen mit Wasser und Sediment die wichtigsten Struktur- und Funktionselemente. Konzentration, Zusammensetzung und Herkunft der Schwebstoffe sind gewässerspezifisch und werden durch Geologie, Landnutzung, Art und Größe des Wassereinzugsgebietes und nicht zuletzt durch anthropogene Effekte (Urbanisierung, wasserbauliche Maßnahmen etc.) beeinflusst. Weitere Einflussgrößen sind  Abflussmenge, Jahreszeit, Witterung und Nährstoffangebot. Die Sedimentation, Umlagerung und Freisetzung von Schwebstoffen kann kleinräumig wechseln und ist stark von der Fließgeschwindigkeit, Korngröße, Witterung (z. B. Hochwasserereignisse, Trockenphasen) und von wasserbaulichen Eingriffen abhängig.
Da organische und anorganische Stoffe zum Teil partikulär gebunden vorliegen, wird deren Gesamtfracht in der Wasserphase unmittelbar von der Art und Menge an Schwebstoffen beeinflusst.
Je nach Situation sind Schwebstoffe somit Senke, Quelle oder Transportmedium für partikulär gebundene Stoffe und damit unverzichtbar für eine umfassende Bewertung der Gewässerbelastung.
Mit diesem Bericht wird eine zusammenfassende Auswertung der physikalisch-chemischen Charakterisierungen sowie der chemischen Analysen auf organische und anorganische (Schad)Stoffe  aus den Probenahmen von 2005 bis 2009 vorgelegt.

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