Verbleib von Platingruppenelementen in der Umwelt

2004, Berichte

Rüdel, Heinz; Reher, Stephan
Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie

Abstract

Mit dem verstärkten Einsatz von Abgaskatalysatoren in Kraftfahrzeugen (Kfz) seit den 1980er Jahren ist ein Eintrag der Katalysator-Metalle aus der Gruppe der Platinelemente (Platingruppenelemente [PGE]; dazu gehören insbesondere Pt, Pd und Rh) in die Umwelt verbunden. Vom Umweltbundesamt in Auftrag gegebene Untersuchungen von Staubproben ergaben im Raum Frankfurt/Main und Offenbach in den Jahren 1988-1998 Konzentrationen von 47-1038 ng/g Pt und 3-65 ng/g Rh im Staub [ZEREINI et al., 2001]. Im Straßenkehrgut der Bundesautobahn A5 konnten folgende maximale PGEGehalte ermittelt werden: 477 ng/g Pt, 85 ng/g Rh und 53 ng/g Pd [CLAUS et al., 1999]. In experimentellen Studien wurde nachgewiesen, dass die Emissionsrate von Dreiwegekatalysatoren des Monolithtyps zwischen 9-124 ng/km beträgt [ARTELT et al., 1999].

Die Kfz-emittierten PGE-haltigen Partikel werden mit dem Wind und über den Wasserpfad in der Umwelt verbreitet und treten somit in Kontakt mit der Biosphäre. Bislang gibt es kaum Informationen zum Verbleib sowie zu Bioverfügbarkeit und möglicher Bioakkumulation der eingetragenen PGE. Von großer Bedeutung ist auch die Untersuchung der unterschiedlichen Spezies der PGE, da sich je nach vorhandener Spezies unterschiedliche Wirkungen und damit Risiken für Organismen, die damit in Kontakt kommen, ergeben.

Die vorliegende Literaturstudie gibt einen Überblick über die recherchierten Informationen zu Vorkommen, Bioverfügbarkeit, Bioakkumulation, Bioabbau, Gesamtanalytik und Speziesanalytik der PGE, zeigt geeignete Analysenstrategien für PGE und PGE-Spezies auf und gibt Hinweise auf Möglichkeiten zur Nutzung der Umweltprobenbank des Bundes (UPB) zur Untersuchung der retrospektiven und aktuellen Belastung von Biotaproben mit PGE.

Zur Literaturstudie