Butylbenzylphthalat

BBzP, BBP, Benzylbutylphthalat; Formel: 2-[CH3(CH2)3O2C]C6H4CO2CH2C6H5 oder C19H20O4; CAS-Nummer: 85-68-7

Einziges industriell bedeutsames Phthalat mit unterschiedlichen Seitenketten, wobei eine davon eine Benzylgruppe darstellt

Butylbenzylphthalat (BBzP) ist ein gemischter Ester der Phthalsäure mit Benzylalkohol und n-Butanol. Es wird hauptsächlich als Weichmacher für PVC verwendet und findet sich z.B. in Bodenbelägen, Wandverkleidungen und Polstern. In Verbindung mit anderen Polymeren (z.B. Polysulfid, Polyurethan, Acryl, Polyacryl, Polyvinylacetat und Nitrocellulose) kommt es in Dichtungsmitteln, Klebstoffen, Farben, Tinten, Lacken und Kosmetikartikeln vor.
In der Kunststoffmatrix liegt BBzP nicht chemisch gebunden vor und kann durch Ausgasen und bei Kontakt mit Flüssigkeiten oder Fetten herausgelöst werden.
In der Umwelt wird es relativ schnell abgebaut.
Im Tierversuch ist BBzP reproduktions- und entwicklungstoxisch. Des Weiteren steht es im Verdacht, endokrin wirksam zu sein.
BBzP ist sehr giftig für Wasserorganismen und kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.
In der EU ist BBzP in Babyartikeln, Spielzeug und Kosmetikartikeln verboten. In der Überarbeitung der RoHS-Richtlinie wird BBzP in das Stoffverbot aufgenommen.

Im Rahmen der Umweltprobenbank wird in Humanproben nicht der Ausgangsstoff BBzP selbst untersucht, sondern dessen Hauptabbauprodukt Mono-benzylphthalat (MBzP).

Untersuchte Substanzen

MBzP Mono-benzylphthalat ist der primäre Metabolit von Butylbenzylphthalat (BBzP) nach Abspaltung der Butylgruppe.

Probenarten

Studentenkollektive Je zur Hälfte weibliche und männliche Studenten im Alter von 20 bis 29 Jahren.

Probenahmegebiete

Standorte Humanproben 4 Universitätsstädte als Standorte für die Probenahme.

Untersuchungszeitraum

1988 - 2008