Arsen
Weit verbreitetes toxisches Halbmetall
Bis in die 1980er Jahre wurde Arsen als Pflanzenschutzmittel und bis 2004 als Holzschutzmittel verwendet. Außerdem ist es Bestandteil einiger Arzneimittel und wird beispielsweise in der Elektronikindustrie, in Metalllegierungen und bei der Glasherstellung verwendet.
In die Umweltmedien gelangt Arsen durch Verwitterung, vulkanische Aktivitäten, Lösung in Wasser, biologische Prozesse und anthropogene Aktivitäten. Es ist in allen Umweltmedien mobil und kann lange zirkulieren ehe es im Sediment von Gewässern festgelegt wird.
Auf den Menschen können einige Arsen-Verbindungen hochtoxisch wirken und sind als kanzerogen, teratogen und mutagen eingestuft.
Arsen kann auch für Vögel, aquatische und terrestrische Organismen toxisch sein und das Wachstum von Pflanzen beeinträchtigen. Aquatische Tiere reichern Arsen aus dem umgebenden Medium an (Bioakkumulation). Eine Biomagnifikation in der Nahrungskette kann nicht ausgeschlossen werden.
Datenrecherche
Probenarten
| Fichte | Bedeutender Primärproduzent in vielen naturnahen und anthropogen beeinflussten Ökosystemen. |
|---|---|
| Kiefer | Bedeutender Primärproduzent in vielen naturnahen und anthropogen beeinflussten Ökosystemen. |
| Pyramidenpappel | Ein typischer Laubbaum in ballungsraumnahen Ökosystemen und Indikator zur Charakterisierung der Immissionssituation einer Vegetationsperiode. |
| Buche | Dominierender Laubbaum in Mitteleuropa mit Vorkommen auf fast allen Böden sowie bis in über 1100 m Höhe. |
| Dreikantmuschel | Invasive, weit verbreitete Muschelart in Flüssen und Seen mit guten Indikatoreigenschaften für Gewässerbelastungen |
| Brassen | Bioindikator in Fließgewässern und Seen |
| Blasentang | Braunalge, die in den Ufer- und Brandungszonen der Nord- und Ostsee weit verbreitet ist |
| Miesmuschel | In Nord- und Ostsee weit verbreitete Muschelart, die zu den wichtigsten essbaren Muscheln zählt |
| Aalmutter | Der einzige lebendgebärende Fisch in deutschen Küstengewässern. |
| Silbermöwe | Die Silbermöwe ernährt sich in Küstennähe hauptsächlich aus dem Meer: von Fischen, Muscheln und Krebstieren. |
| Boden | Der Boden ist Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenlebewesen. In ihm laufen Umbau- und Abbauprozesse von Stoffen ab und er kann diese filtern, anreichern, aber auch wieder frei setzen. |
| Schwebstoffe | Feine mineralische oder organische Partikel in der Wasserphase, die nicht in Lösung gehen |
| Studentenkollektive | Je zur Hälfte weibliche und männliche Studenten im Alter von 20 bis 29 Jahren. |
Probenahmegebiete
| BR/NP Berchtesgaden | Einziger Hochgebirgs-Nationalpark in Deutschland und international bedeutsamer Ausschnitt der nördlichen Kalkalpen |
|---|---|
| Saarländischer Verdichtungsraum | Bedeutendes, altindustriealisiertes Ballungszentrum Deutschlands. |
| Bornhöveder Seengebiet | Hauptwasserscheide zwischen Nord- und Ostsee |
| Rhein | Längster Fluss Deutschlands |
| NP Bayerischer Wald | Deutschlands erster Nationalpark. |
| NP Vorpommersche Boddenlandschaft | Nationalpark im größten Brackwasserlebensraum der Erde |
| BR/NP Wattenmeere | Nationalpark im größten zusammenhängenden Schlick- und Sandwatt der Welt. |
| Elbe | Viertgrößtes Flussgebiet Mitteleuropas. |
| Dübener Heide | Gebiet im Mitteldeutschen Chemiedreieck. |
| NP Harz | Größter Waldnationalpark in Deutschland. |
| Solling | Zweithöchstes und zweitgrößtes Mittelgebirge in Norddeutschland |
| BR Pfälzerwald | Größtes zusammenhängendes Waldgebiet Deutschlands. |
| Oberbayerisches Tertiärhügelland | Teil des süddeutschen Molassebeckens. |
| Donau | Zweitlängster Strom Europas. |
| Standorte Humanproben | 4 Universitätsstädte als Standorte für die Probenahme. |
Untersuchungszeitraum
1985 - 2012
Weiterführende Informationen
Verweise auf externe Informationen und gesetzliche Regelungen
- STARS Stoffdatenbank - Arsen: Umweltverhalten, Ökotoxikologie, Toxikologie
- GSBL Gemeinsamer Stoffdatenpool Bund/Länder - Arsen: umweltrelevante Eigenschaften
- Referenzwerte für Antimon, Arsen und Metalle (Pb, Cd, Ni, Hg, Pt, Tl, U) im Urin oder im Blut
- Stoffmonographie Arsen - Referenzwerte für Urin. Bekanntmachung des Umweltbundesamtes
- Richtlinie 2008/105/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Qualitätsnormen im Bereich der Wasserpolitik
- Richtlinie 2004/107/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15.12.2004 über Arsen, Kadmium, Quecksilber, Nickel und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe in der Luft
- Richtlinie 2000/60/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Maßnahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik
- IPCS International Programme on Chemical Safety - Arsenic and compounds (in Englisch)
- ATSDR Agency for Toxic Substances and Disease Registry - Arsenic
- U.S. EPA - Arsenic
- National Pollutant Inventory (Australia) - Arsenic & compounds: Overview (Englisch)
- PAN Pesticides Database - Arsenic - toxicity, ecological toxicity and regulatory information (in Englisch)
Literaturangaben
-
Bewertungsmaßstäbe für Arsen in Böden, Grund- und Trinkwasser
Schuhmacher-Wolz U., Schneider K., Klein D.
Umweltbundesamt Forschungsbericht 20661201 (Förderkennzeichen), 2007
Zur Veröffentlichung