Glossar
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24-h-Sammelurin
Eine ideale Matrix für das Human-Biomonitoring, weil mit dem Urin Chemikalien und/oder deren Metabolite ausgeschiedenen werden, die zuvor in direktem Kontakt mit dem Organismus standen. Messungen im Urin können somit zuverlässige Aussagen über die interne Belastung des Menschen liefern.
2cx-MMHP
Mono(2-carboxymethyl-hexyl)phthalat ist ein sekundäres Abbauprodukt von DEHP.
5cx-MEPP
Mono(2-ethyl-5-carboxypentyl)phthalat ist ein sekundäres Abbauprodukt von DEHP.
5OH-MEHP
Mono(2-ethyl-5-hydroxyhexyl)phthalat ist ein sekundäres Abbauprodukt von DEHP.
5oxo-MEHP
Mono(2-ethyl-5-oxohexyl)phthalat ist ein sekundäres Abbauprodukt von DEHP.
7OH-MiNP
Mono(4-methyl-7-hydroxyoctyl)phthalat ist ein oxydierter Metabolit von DiNP mit funktioneller OH-Gruppe.
7oxo-MiNP
Mono(4-methyl-7-oxo-octyl)phthalat ist ein oxydierter Metabolit von DiNP mit funktioneller oxo-Gruppe.
A
Aalmutter
Der einzige lebendgebärende Fisch in deutschen Küstengewässern.
Agrar-Ökosysteme
Agrar-Ökosysteme nehmen mehr als die Hälfte der Fläche Deutschlands ein und prägen somit entscheidend die Landschaft.
alpha-HCH
Der mengenmäßig wichtigste Bestandteil von technischem HCH.
Analyte
Es werden Stoffe oder Stoffgruppen untersucht, die entweder den physiologischen Grundzustand oder toxische oder kanzerogene Bedingungen beschreiben.
Archiv
Um ein retrospektives Monitoring, also die Analyse der Proben von gestern mit den Methoden von morgen, zu ermöglichen, ist die Langzeitlagerung der Umwelt- und Humanproben die zentrale Aufgabe der Umweltprobenbank des Bundes: Die Umweltprobenbank stellt ein Archiv des Umweltzustandes Deutschlands zu den jeweiligen Probenahmezeitpunkten dar.
Arsen
Bis in die 1980er Jahre wurde es als Pflanzenschutzmittel und bis 2004 als Holzschutzmittel verwendet. Außerdem ist es Bestandteil einiger Arzneimittel.
B
Ballungsraumnahe Ökosysteme
Ballungsraumnahe oder auch urban-industrielle Ökosysteme sind Handlungsräume des Menschen, in denen Naturfaktoren zum Teil erheblich modifiziert oder außer Kraft gesetzt werden und besonders im Bebauungsraum nur noch fragmentarisch vorhanden sind.
Benzo(b)naphtho[2,1-d]thiophen
Polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff mit drei Sechserringen und einem Schwefelhaltigen Fünferring.
Benzo[a]pyren
Polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff mit fünf verbundenen Sechserringen.
Benzo[e]pyren
Polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff mit fünf verbundenen Sechserringen.
Benzo[ghi]perylen
Polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff mit sechs verbundenen Sechserringen.
Benz[a]anthracen
Polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff mit vier verbundenen Sechserringen.
beta-HCH
Das stabilste HCH-Isomer mit dem größten Potenzial zur Anreicherung im Nahrungsnetz.
Bioakkumulation
Anreicherung eines Stoffes in einem Organismus
Bioakkumulationspotenzial
Fähigkeit eines Stoffes, sich in Organismen anzureichern, unabhängig von dem Aufnahmepfad (umgebendes Medium, Nahrung)
Biomagnifikation
Anreicherung eines Stoffes in einem Organismus über die Nahrungsaufnahme
Blasentang
Die Braunalge ist in den Ufer- und Brandungszonen der Nord- und Ostsee weit verbreitet.
Blei
Natürlich vorkommendes toxisches Schwermetall.
Blutplasma
Ideale Matrix für die meisten Chemikalien, da es im Kontakt mit dem gesamten Organismus und im Gleichgewicht mit den Organen und Geweben steht, in denen Chemikalien gespeichert werden.
Brassen
Bioindikator in Fließgewässern und Seen.
Buche
Dominierender Laubbaum in Mitteleuropa mit Vorkommen auf fast allen Böden sowie bis in über 1100 m Höhe.
Butylbenzylphthalat
Das einzige industriell bedeutsame Phthalat mit unterschiedlichen Seitenketten, wobei eine davon eine Benzylgruppe darstellt.
C
Cadmium
Cadmium kommt in der Natur sehr selten und überwiegend zusammen mit Zinkerzen vor.
Chlorkohlenwasserstoffe
Gruppe organischer Verbindungen mit wenigstens einem kovalent gebundenen Chloratom.
Chrom
Natürlich vorkommendes Übergangsmetall.
Chrysen + Triphenylen
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe mit vier verbundenen Sechserringen.
Cobalt
Natürlich vorkommendes Übergangsmetall.
Coronen
Polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff mit sieben verbundenen Sechserringen.
D
DDT und Metabolite
Toxisches, persistentes Organochlorpestizid.
Di-n-butylphthalat
Das kurzkettige Phthalat ist ein zugelassener Hilfsstoff in Arzneimitteln, wo es zur Magensaft-resistenten Verkapselung pharmazeutischer Produkte eingesetzt wird.
Dieldrin
Dieldrin ist ein hochwirksames Insektizid, das bis zum Beginn der 1970er Jahre häufig als Kontakt- und Fraßgift gegen Bodeninsekten wie Termiten, Grashüpfer und Käfer und gegen Textilinsekten eingesetzt wurde.
Diethylhexylphthalat
Weltweit der wichtigste Weichmacher aus der Gruppe der Phthalate.
Diisobutylphthalat
Ein kurzkettiges Phthalat, auf dessen Einsatz in Verpackungsmaterialien für Lebensmittel die Industrie seit 2007 freiwillig verzichtet.
Diisononylphthalat
Ein Gemisch organisch-chemischer Verbindungen aus der Gruppe der Phthalate, die sich leicht in der Seitenkettenverzweigung unterscheiden. Dient vor allem als Weichmacher und wird zunehmend anstelle von DEHP eingesetzt.
Dreikantmuschel
Die Zebra- oder auch Wandermuschel breitet sich immer weiter aus.
E
Eisen
Natürlich vorkommendes Übergangsmetall.
F
Fettgehalt
Parameter zur Normierung der Konzentrationen lipophiler Stoffe.
Fichte
Bedeutender Primärproduzent in vielen naturnahen und anthropogen beeinflussten Ökosystemen.
Fließgewässer-Ökosysteme
Fließgewässer-Ökosysteme können als Endglieder im Wirkungsgefüge der Landschaft bezeichnet werden, indem sie als Sammelbecken und Transportmedium des Festlandaustrags fungieren und ihn in die marinen Ökosysteme weiterleiten.
Fluoranthen
Polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff mit drei Sechserringen und einem Fünferring.
Forst-Ökosysteme
Nahezu ein Drittel Deutschlands ist mit Wald bedeckt, der überwiegend forstwirtschaftlich genutzt wird.
H
Hexachlorbenzol
Hexachlorbenzol ist ein Fungizid, das hauptsächlich als Beizmittel für Saatgut und als Holzschutzmittel verwendet wurde.
Hexachlorcyclohexan
Verschiedene isomere chemische Verbindungen aus der Gruppe der Chlorkohlenwasserstoffe.
Humanproben
Körperflüssigkeiten und Haare vom Menschen.
I
Indeno[1,2,3-cd]pyren
Polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff mit fünf Sechserringen und einem Fünferring.
K
Kalium
Natürlich vorkommendes Alkalimetall.
Kiefer
Bedeutender Primärproduzent in vielen naturnahen und anthropogen beeinflussten Ökosystemen.
Kopfhaar
Ideale Matrix für den Nachweis einer Methylquecksilberbelastung.
Kupfer
Kupfer ist ein Metall, das in der Natur weit verbreitet ist und auch von Menschen vielfach genutzt wird.
L
Limnische Proben
Tierische Proben aus Flüssen und Seen.
Lindan (gamma-HCH)
Sehr wirksames Insektizid, dessen Einsatz in der Landwirtschaft seit 2002 und in pharmazeutischen Produkten seit 2007 verboten ist.
M
Magnesium
Natürlich vorkommendes untoxisches Erdalkalimetall.
MAK
Maximale Arbeitsplatz-Konzentrationen
Mangan
Natürlich vorkommendes Übergangsmetall.
Marine Ökosysteme
Struktur und Funktion mariner Ökosysteme sind nicht allein von Bedeutung für marine Organismen. Alle großen Veränderungen im Meer ziehen auch Wandlungen terrestrischer Ökosysteme nach sich. Die Meere sind Wetterregulator, Verkehrsweg, Quelle zahlreicher Nahrungs- und Mineralstoffe und Endglied der ökosystemaren Belastungskette.
Marine Proben
Proben von Meerestieren, Meerespflanzen und Seevögeln.
MBzP
Mono-benzylphthalat ist der primäre Metabolit von Butylbenzylphthalat (BBzP) nach Abspaltung der Butylgruppe.
MEHP
Mono(2-ethylhexyl)phthalat ist das primäre Abbauprodukt von DEHP nach Abspaltung einer Alkoholgruppe.
Metalle
Achtzig Prozent der Elemente auf der Erde gehören zu den Metallen.
Methyl-Triclosan
Durch Methylierung entsteht aus Triclosan das deutlich persistentere Methyl-Triclosan. Das lipophile Methyl-Triclosan kann sich in Organismen anreichern.
Methylquecksilber
Methylquecksilber entsteht unter natürlichen Bedingungen aus anorganischen Quecksilber-Ionen.
MiBP
Mono-iso-butylphthalat ist der primäre Metabolit von DiBP nach Abspaltung einer iso-Butylgruppe.
Miesmuschel
Die in Nord- und Ostsee weit verbreitete Miesmuschel gehört zu den wichtigsten essbaren Muschelarten.
MnBP
Mono-n-butylphthalat ist der primäre Metabolit von DnBP nach Abspaltung einer Butylgruppe.
N
Naturnahe terrestrische Ökosysteme
Naturnahe Ökosysteme sind dadurch gekennzeichnet, dass ihre ursprüngliche Struktur und Funktionsweise ohne stärkere menschliche Beeinflussung erhalten geblieben ist.
Nichtmetalle
Nur achtzehn Elemente im Periodensystem.
Nickel
Natürlich vorkommendes Übergangsmetall.
O
Octachlorstyrol
Persistente, bioakkumulierende und toxische aromatische Organochlorverbindung.
Ökosysteme
Die Untersuchungen werden in 6 Ökosystemtypen durchgeführt.
Organochlorpestizide
Chlorkohlenwasserstoffe mit insektizider Wirkung.
P
p,p'-DDD
DDD ist ein Metabolit von DDT, der insektizide Wirkung besitzt. Es gibt Hinweise auf Kanzerogenität und endokrine Wirksamkeit.
p,p'-DDE
DDE ist der Hauptmetabolit von DDT. Es ist langlebiger als der Ausgangsstoff und reichert sich stark in Organismen an. DDE steht im Verdacht, kanzerogen, mutagen und ein endokriner Disruptor zu sein.
PCB101
PCB101 ist ein niederchloriertes, relativ leichtflüchtiges PCB. Zusammen mit anderen niederchlorierten PCB-Kongeneren (z.B. PCB28 und 52) ist es ein Indikator für akute Belastungen durch kontaminierte Raumluft. Da es relativ schnell abgebaut wird, wird es von Organismen weniger angereichert als die höherchlorierten Kongenere.
PCB118
PCB118 gehört zur Gruppe der toxikologisch relevanten‚ dioxin-ähnlichen PCBs oder WHO-PCBs, die sich molekularbiologisch ähnlich verhalten wie Dioxine und Furane. Sie sind hochtoxisch. In technischen PCB-Gemischen sind sie in Spuren enthalten und können bei Verbrennungsprozessen entstehen.
PCB138
PCB138 ist ein höher chloriertes PCB. Es wird nur sehr langsam abgebaut und besitzt ein hohes Bioakkumulations- und Biomagnifikationspotenzial. Zusammen mit anderen hochchlorierten PCB-Kongeneren (z.B. PCB153 und 180) ist es ein Indikator für die Langzeitbelastung von Organismen, die im Wesentlichen durch kontaminierte Nahrung entsteht.
PCB153
PCB153 ist ein höher chloriertes PCB. Es wird nur sehr langsam abgebaut und besitzt ein hohes Bioakkumulations- und Biomagnifikationspotenzial. Zusammen mit anderen hochchlorierten PCB-Kongeneren (z.B. PCB138 und 180) ist es ein Indikator für die Langzeitbelastung von Organismen, die im Wesentlichen durch kontaminierte Nahrung entsteht.
PCB180
PCB180 ist ein höher chloriertes PCB. Es wird nur sehr langsam abgebaut und besitzt ein hohes Bioakkumulations- und Biomagnifikationspotenzial. Zusammen mit anderen hochchlorierten PCB-Kongeneren (z.B. PCB138 und 153) ist es ein Indikator für die Langzeitbelastung von Organismen, die im Wesentlichen durch kontaminierte Nahrung entsteht.
Pentachlorphenol
Pentachlorphenol ist ein persistenter chlorierter Kohlenwasserstoff und ein effektives Breitbandbiozid.
Phenanthren
Polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff mit drei verbundenen Sechserringen.
Phosphor
Phosphor ist ein häufiges Element, das aufgrund seiner Reaktivität in der Natur jedoch nicht elementar auftritt. Es ist Bestandteil vieler Mineralien.
Phthalate
Weichmacher für PVC und andere Kunststoffe.
Polychlorierte Biphenyle
Persistente und toxische Chlorverbindungen.
Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe
Gruppe organischer Verbindungen mit mindestens drei kondensierten Sechserringen.
Probenahmegebiete
Die Probenahmegebiete vertreten die Hauptökosystemtypen Deutschlands und berücksichtigen die unterschiedliche Intensität der anthropogenen Beeinflussung und Flächennutzung.
Probenarten
Die Probenarten ermöglichen die Erfassung räumlicher und zeitlicher Belastungen und bieten Informationen über die Gesamtsituation in den unterschiedlichen Probenahmegebieten.
Pyramidenpappel
Ein typischer Laubbaum in ballungsraumnahen Ökosystemen und Indikator zur Charakterisierung der Immissionssituation einer Vegetationsperiode.
Pyren
Polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff mit vier verbundenen Sechserringen.
Q
Quecksilber
Natürlich vorkommendes hochtoxisches Übergangsmetall, das unter Normalbedingungen flüssig ist.
R
Regenwurm (Aporrectodea longa)
Wichtigste Tiergruppe aller Bodenorganismen.
Regenwurm (Lumbricus terrestris)
Wichtigste Tiergruppe aller Bodenorganismen.
Reh, einjährig
Die kleinste und häufigste Hirschart Europas.
S
Schamhaar
Ideale Matrix für den Nachweis einer Methylquecksilberbelastung.
Schwefel
Schwefel ist ein häufiges Element, das natürlich als reiner Schwefel und in Form von Sulfid- und Sulfat-Mineralien vorkommt.
Selen
Selen ist ein relativ seltenes Element, das natürlich sowohl in seiner elementaren Form als auch in vielen Mineralien vorkommt.
Silbermöwe
Die Silbermöwe ernährt sich in Küstennähe hauptsächlich aus dem Meer: von Fischen, Muscheln und Krebstieren.
Speichel
Über die Elementanalytik im Speichel kann die Freisetzung von Legierungsbestandteilen aus Zahnersatzmaterialien erfasst werden.
Stadttaube
In fast jeder Stadt heimisch.
Standardarbeitsanweisungen
Um ein hohes Maß an Qualitätssicherung zu erreichen, sind alle Schritte von der Probenahme über den Probentransport, die Probenaufarbeitung und Analytik bis zur Langzeitlagerung in Standardarbeitsanweisungen (englisch Standard Operating Procedures (SOP)) für alle Probenarten verbindlich festgelegt.
Strontium
Sehr reaktionsfreudiges Erdalkalimetall, das in der Natur nur in Form von Verbindungen vorkommt.
Studentenkollektive
Je zur Hälfte weibliche und männliche Studenten im Alter von 20 bis 29 Jahren.
T
Terrestrische Proben
Proben an Land lebender Tiere und an Land wachsender Pflanzen.
Thallium
Thallium ist ein seltenes Element, das natürlich als Spurenelement in vielen Mineralien vorkommt.
Triclosan
Chloriertes aromatisches Biozid.
V
Vollblut
Ideale Matrix für die meisten Chemikalien, da es im Kontakt mit dem gesamten Organismus und im Gleichgewicht mit den Organen und Geweben steht, in denen Chemikalien gespeichert werden.
W
Wassergehalt
Parameter zur Umrechnung zwischen Trocken- und Frischgewicht.
Z
Zink
Zink ist ein relativ häufiges Element, das in der Natur fast ausschließlich in Erzen vorkommt.